Mit gutem Rock zurück zu den Wurzeln

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morgenweb.de vom 29.03.2010:

Von unserer Mitarbeiterin Anette Zietsch
Oftersheim. Längst schon ist „Rock in da Hall“ zum festen Bestandteil im Oftersheimer Terminkalender geworden, hat sich als fixe Größe der regionalen Musikszene einen Namen gemacht. „Zurück zu den Wurzeln – back to the roots“ lautete das Konzept für die diesjährige, die siebte Auflage, die das Jugendzentrum (JUZ) in Zusammenarbeit mit der Jugendförderung der Gemeinde (Schirmherr war Bürgermeister Helmut Baust) sowie einigen Vereinen – die Ringer waren zuständig für Bewirtung und Security, die Freiwillige Feuerwehr für die Kasse, den Aufbau sowie den Brandschutz und das Rote Kreuz für die Erste Hilfe – auf die Beine stellte. Die Veranstalter wollten den guten, alten „Dorfrock“ im besten Sinne, mit dem das Event 2004 seinen Anfang genommen hat, wieder auferstehen lassen.

Hommage an die 80er-Jahre

Fast nur ortsansässige Bands rockten daher am Samstag die Kurpfalzhalle, was das Zeug hielt: Mit „Event Horizon“ und „The Chaotics“ waren zwei echte JUZ-Bands auf der Bühne; die einen mit Ska und Grunge, die anderem mit gut gemachten Coversongs. Und auch „Desert Satori“ versprühten Lokalkolorit mit ihrer Hommage an die den Alternative-Helden der späten 80er- und frühen 90er-Jahre. „Roxy Flames“ ist zwar eine Frankfurter Band, aber mit einem Ur-Odascha Drummer: Maik Hahn. Die Spezialität: straighter, locker auf den Punkt gespielter Rock und brillantes Songwriting. „Athi’s Music Lounge“ begeisterte mit gecoverten Rock- und Popsongs, einem gelungenen Mix aus aktuellen Hits und echten Klassikern. Und „7th Day Davidian“ aus Mannheim schließlich schlugen eher die harten Töne an.

Dieser Mix kam bei Laura aus Oftersheim und Nadine aus Schwetzingen an, die zum ersten Mal bei „Rock in da Hall“ dabei waren. Die beiden bevorzugen keine bestimmte Musikrichtung: „Alles prima, tolle Stimmung, jeder macht mit“, waren die Freundinnen fasziniert von der Atmosphäre, die ihnen gleich bei den ersten Klängen schon gefallen hat. Gegangen sind die zwei erst, nachdem die letzten Akkorde verklungen waren. Dauerhaft etablieren möchte Jürgen Weber, zuständig für die kommunale Kinder- und Jugendarbeit in Oftersheim, die Großveranstaltung. „Deshalb haben wir diesmal auch ganz besonders viel Wert gelegt auf eine generationenübergreifende Programmgestaltung für eine breite Zielgruppe.“

Hat geklappt, wie Jeanette und Friedhelm Hahn beweisen. Die Eheleute sind „immer da, wo unser Sohn spielt“. Die jung gebliebenen Unruheständler haben sichtlich Spaß nicht nur an den „Roxy Flames“, wo Filius Maik am Schlagzeug sitzt. Außerdem rocken die beiden zu „Desert Satori“ und „Athi’s Music Lounge“ gut gelaunt mit. Eine große Fangemeinde scheinen generell die Musiker anzuziehen, die im wahrsten Sinne des Wortes auf die Pauke hauen. Denn auch Ute und Frank aus Plankstadt, zum ersten Mal bei „Rock in da Hall“, sind wegen ihres guten Kumpels gekommen, dem Drummer von „Athi’s Music Lounge“. Und genau auf diesen Effekt setzte JUZ-Hausleiter Sebastian Längerer, der für das Programm mitverantwortlich war, im Vorfeld bei der Zusammenstellung. „Durch die Bands von hier haben wir gehofft, deren Freunde und Verwandte anzuziehen: Oftersheimer Bands für die Oftersheimer Bevölkerung.“ Diese Rechnung sei aber nur bedingt aufgegangen, gesteht er, das Ziel – erstmals über 500 zahlende Besucher – wohl nicht erreicht zu haben.

Eifrige „Rock-in-da-Hall“-Gänger sind Rebecca und Jessica aus Hockenheim, die die Stimmung in den letzten Jahren schöner fanden. „Aber die Musik ist gut“, wobei sie sich mehr für die Gruppen begeistern konnten, die eigene Songs spielen, denn: „Da merkt man, wenn eine Band was drauf hat, covern kann jeder.“

Carmen aus Mannheim ist ein Fan von „7th Day Davidian“: „Musikmäßig ist wirklich alles total super, genau mein Stil.“

Die Akustik gefällt nicht jedem

Allerdings findet sie den Sound nicht so toll, der sei vor ein paar Jahren schon mal besser gewesen. Damals, als sie das erste Mal bei „Rock in da Hall“ gewesen war, habe es auch mehr Tische und Stühle zum Hinsetzen gegeben, und generell sei die Getränkeauswahl etwas mager, bemängelte sie. „Aber als Mittdreißigerin liege ich eben schon ein bisschen über dem Altersdurchschnitt.“

Sebastian Längerer ist unterm Strich zufrieden mit dem Event: „Hoffentlich gibt es -€šRock in da Hall‘ auch im nächsten Jahr wieder, nachdem schon „Rock im Saal“ ausfallen wird.“ Er meint, dass man froh sein könne über solch eine Veranstaltung in Oftersheim: „Ein Beweis, dass die Gemeinde was für die Jugendlichen tut.“

Update 02.04.2010:
Vielen Dank an JuLe für die schönen Fotos.